Der folgende Text ist die Mitschrift eines Gesprächs, die uns ein Paar aus Berlin zum Abschluss der Jahresgruppe überreicht hat. Sie sprechen darin über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Workshop-Zyklus. Wir danken den beiden, dass wir den Text als Inspiration und Ermutigung für andere Paare hier wiedergeben können.


Welches für mich die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse in der Jahresgruppe waren


Er: Also, für mich war das Erleben wichtig, dass ich mich ohne schlechtes Gewissen und Schuldgefühle selbst lieben darf. Und ich hab’ gelernt, deine Zuwendung voll Genuss anzunehmen, ohne dauernd zu denken, ich muss jetzt was tun oder dir helfen.
Sie: Ja, genau, das war für mich auch eine ganz wichtige Erfahrung, dass du einfach etwas von mir annehmen kannst und ich nach Herzenslust geben darf. Für mich ist dabei beglückend, dass Geben und Nehmen wirklich partnerschaftlich ist, also, dass jeder gleichviel gibt und nimmt.
Er: Das hast du schön ausgedrückt, beglückend, das trifft’s auch für mich, was das Geben und Nehmen angeht.
Sie: Und ganz, ganz wichtig für mich war die Frauengruppe bzw. die Möglichkeit, erstmals ganz offen über körperliche Probleme der Wechseljahre sprechen zu können, die eben auch den Sex beeinflussen. Und es war so heilsam zu erfahren, dass andere Frauen Ähnliches kennen.

 

Was mich überrascht hat


Sie: Völlig überraschend fand ich, wie schnell es selbstverständlich wurde, sich gegenseitig im Gruppenraum halb- oder sogar ganz nackt zu massieren. Ich hab’ das Gefühl, das lag auch daran, dass ich in diesen Phasen völlig auf dich konzentriert war und die anderen nicht mehr als Einzelpersonen wahrgenommen habe, sondern bloß als wunderbar energetische Kraft im Raum.
Er: Ja, das ging mir genauso. Und ich war auch von mir selbst überrascht... Es war eine innige, achtsame, warme Atmosphäre im Raum, wie sowieso während der gesamten Gruppenzeit. Mich hat auch überrascht, wie einfach es war, eine gemeinsame Sprache zu finden für diese Sache da unten rum!
Sie: Ja, super, schon wieder verlustig gegangen, die Sprache!! Nee, im Ernst, das war auch für mich total überraschend. Und nicht nur in der Gruppe, sondern dass auch wir plötzlich nicht mehr sprachlos sind, sondern ganz natürlich über sexuelle Bedürfnisse und Hindernisse sprechen können. Ich bin so glücklich, dass nun endlich etwas rund geworden ist, denn ich war immer verwundert, dass wir eine so offene und zugewandte Beziehung miteinander haben, aber über diese Bereiche nicht oder nur mit Peinlichkeitsgefühlen sprechen konnten.
Er: Auch verblüffend und absolut neu für mich ist die Erfahrung, wie lustvoll es sein kann, ohne Erektion in dir zu sein.
Sie: Dito. Und für mich eben auch ohne Schmerzen! Wie wundervoll!

 

Was ich besonders hilfreich fand

 

Er: Puh, da fällt mir wahnsinnig viel ein! Die Art und Weise, wie Monika und Reiner die Übungen angeleitet haben, dass sie diese konkret vorgemacht haben, dass sie in den Übungsphasen ganz schnell reagiert haben, wenn ich eine Frage hatte. Sie haben eine Atmosphäre des achtsamen Miteinander-Lernens geschaffen, keine Frage war „doof“!
Sie: Das kann ich alles nur bestätigen. Im Grunde sind es für mich wirklich diese beiden Persönlichkeiten, die so hilfreich waren. Natürlich sind ihre Professionalität, der Seminaraufbau usw. hilfreich, aber letztlich hat mir das Herz geöffnet, wie liebevoll und aufgeschlossen sie uns auf Augenhöhe begegnet sind. Sie waren nicht bloß „Seminarleiter“, sondern Gleiche unter Gleichen.
Er: Ja, da war nicht die Spur von Arroganz, sondern beide wirkten authentisch, und sie konnten ihren Erfahrungsvorsprung gut an uns vermitteln. Und dieses gemeinsame Lachen, das ist so hilfreich und macht die Dinge leicht!
Sie: Genau, so natürlich, menschlich, das waren keine Gurus mit Heiligenschein, sondern Menschen, die aus eigener Erfahrung sprachen und sich offenbart haben, wodurch uns, so hatte ich das Gefühl, die Türen geöffnet wurden.
Er: Und sie waren ein Modell, in Ihrer Unterschiedlichkeit und als Paar. Jeder darf in seiner Eigenart so sein, wie er ist, und sie begegnen sich, ohne aneinander herumzukritteln.

 

Wichtigste Erkenntnisse und Veränderungen für uns als Paar


Sie: Es geht! Es geht wieder! Das ist für mich das schönste Geschenk. Vor dem Seminar hatte ich bei uns in den letzten Jahren das Gefühl: Alles ist so wunderbar, aber ein ganz wichtiger Bereich fehlt. Und jetzt empfinde ich diese Vollständigkeit, weil wir uns wieder ganz intim begegnen können. Das rührt mich immer an, wenn ich daran denke, und ist sehr beglückend!
Er: Ja, unsere Liebe ist gewachsen. Es ist etwas dazugekommen, wo vorher ein Mangel war.
Sie: Was meinst du?
Er: Dass wir uns jetzt wieder so selbstverständlich körperlich mit großer Freude und Lust begegnen. Und dass wir vieles kennen gelernt haben, wie wir uns begegnen können, und was uns hilft: Massagen, Rituale, darüber reden...
Sie: Wenn ich jetzt so überlege, bedeutet das Seminar nicht nur dieses tolle Wiederfinden, sondern eben auch das total spannende Neuentdecken. Und das Schönste daran ist, dass alles so stressfrei ist - Stichwort: Die Jagd nach dem Orgasmus! Manchmal denke ich, wir hatten so lange „Funkstille“, weil sich Sex so „anstrengend“ anfühlte, wie ein Klimmzug, zu dem man sich aufraffen musste. Und dazu hatten wir wohl beide keine Lust mehr. Jetzt ist es so freudig, befreit, einfach nur schön!
Er: Und was besonders schön ist: Es geht weiter, wir machen weiter! Die Erfahrungen und Erlebnisse in der Jahresgruppe sind für mich so tiefgreifend, dass ich weiß: Dieses neue Miteinander will ich nicht mehr missen. Nein, ich will es positiv ausdrücken: will ich weiter pflegen und genießen!
Sie: Das geht mir genauso. Es ist das Gefühl: Es gibt keinen Weg zurück. Und das ist gut so!!!